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Quelle: Redaktion Stadt Kiel (115-Service)

Verhinderung von Wohnungsverlust
Vorrangiges Ziel der Prävention ist die Verhinderung des Wohnungsverlustes. Aufgrund rechtlicher Bestimmungen wird die Abteilung für Wohnungs- und Unterkunftsicherung im Amt für Wohnen und Grundsicherung vom Amtsgericht über Räumungsklagen wegen Mietschulden informiert. Darüber hinaus gibt es eine enge Zusammenarbeit mit vielen Vermietern, die frühzeitig über ausgesprochene fristlose Kündigungen informieren.
In einem umfassenden Beratungsgespräch wird geklärt, ob und unter welchen Umständen es möglich wäre, den Wohnraum zu erhalten. Sind die entsprechenden Voraussetzungen gegeben, können im Einzelfall Mietschulden übernommen werden, wenn dadurch der Wohnraum erhalten bliebe. Eine Übernahme von Mietschulden zur reinen Schuldenregulierung ist nicht möglich. Die Abteilung für Wohnungs- und Unterkunftssicherung ist in der Landeshauptstadt Kiel allein für die Gewährung von wohnungssichernden Hilfen zuständig, unabhängig von den jeweiligen Leistungsgesetzen (Sozialgesetzbuch II und XII).
Ebenfalls wird die Abteilung für Wohnungs- und Unterkunftsicherung durch die jeweils zuständigen Gerichtsvollzieher über bevorstehende Zwangsräumungen von Wohnraum informiert. Auch in diesen Fällen wird im Rahmen einer Beratung geklärt, ob und unter welchen Umständen die Zwangsräumung verhindert werden kann. Ist dies nicht mehr möglich, nimmt eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter an der Zwangsräumung teil, um zu klären, ob die Betroffenen eine alternative Unterkunftsmöglichkeit haben oder ob sie ordnungsbehördlich untergebracht werden müssen.

Mietsicherheit / Mietkaution
Bei der Anmietung einer Wohnung oder eines Zimmers wird in der Regel eine Mietsicherheit oder Mietkaution verlangt. Bezieher/Bezieherinnen von sogenannten Transferleistungen (z.B. Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) können die Übernahme / Bezuschussung der Mietsicherheit bei der zuständigen Leistungsstelle beantragen, wenn diese bereits vorher dem Umzug zugestimmt hatte. Diese Hilfe wird in der Regel als Darlehen gewährt.
Menschen, die unabhängig von diesen Leistungen sind und über ein eigenes Einkommen verfügen, aber nicht in der Lage sind, diese Summe aus eigenen Mitteln aufzubringen, können dennoch die Übernahme oder zumindest einen Zuschuss beim jeweiligen Leistungsträger beantragen. Wenn Sie arbeiten oder arbeitsfähig sind, ist dieser Leistungsträger das Jobcenter in dem Stadtteil, in dem Sie wohnen, auch wenn keine laufenden Leistungen bezogen werden. Menschen, die dauerhaft erwerbsunfähig sind oder die älter als 65 Jahre und 1 Monat sind, wenden sich bitte an die Abteilung Wohnungs- und Unterkunftsicherung im Amt für Wohnen und Grundsicherung. In allen anderen Fällen muss die Zuständigkeit im Amt für Familie und Soziales ermittelt werden.

Mietzahlung bei Inhaftierung
Muss eine Haftstrafe angetreten werden, gehen viele Empfängerinnen / Empfänger von Arbeitslosengeld II davon aus, dass das Jobcenter weiterhin die Kosten der Miete übernimmt. Da die Betroffenen aber nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, muss das Jobcenter seine Leistungen einstellen. Kann die Miete dann nicht aus eigenen Mitteln gezahlt werden, kommt es zu Mietschulden und in deren Folge droht der Wohnraumverlust. In diesem Fällen sollte die Übernahme der Miete beim Amt für Familie und Soziales, Arbeitsgruppe "Hilfe zum Lebensunterhalt" aus Mitteln der Sozialhilfe beantragt werden.
In erster Linie steht der Sozialdienst der Justizvollzugsanstalt (JVA) als Ansprechpartner und bei Fragen zur Antragstellung zur Verfügung. In der JVA Kiel gibt es eine Haftberatung der Evangelischen Stadtmission Kiel, die ebenfalls bei der Antragstellung behilflich ist. Diese Hilfe wird nur auf Antrag geleistet. Sie wird nur für angemessenen Wohnraum und in der Regel nur bis zu 6 Monate bewilligt. Eine Bewilligung kann auch als Darlehen erfolgen.

Stromschulden / Energieschulden
Werden die laufenden Abschlagszahlungen und / oder die fälligen Nachzahlungen nicht an den zuständigen Energieversorger gezahlt, droht – nach Ankündigung – eine Versorgungssperre. Die Betroffenen sollten sich unverzüglich entweder beim zuständigen Leistungsträger (Arbeitslosengeld II = Jobcenter, Sozialhilfe = Amt für Familie und Soziales, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung = Amt für Wohnen und Grundsicherung) oder an eine Schuldnerberatungsstelle wenden.